„Was kostet eine Website?" ist die Frage, auf die unsere Branche am konsequentesten ausweicht. Die ehrliche Antwort besteht aus vier Preisbändern und vier Kostentreibern — und aus der Information, was Sie in jedem Band aufgeben. Diese Aufstellung nutzen wir selbst, wenn wir ein Briefing bewerten.
Die vier Preisbänder 2026
| Band | Preis | Dauer | Passend für |
|---|---|---|---|
| Baukasten | 0–2.000 € | 1–2 Wochen | Landingpage, Einzelunternehmen |
| Agentur-Standard | 6.000–20.000 € | 4–8 Wochen | Unternehmenswebsite, 5–20 Seiten |
| Custom-Entwicklung | 25.000–80.000 € | 8–16 Wochen | Mehrsprachig, Integrationen, Redaktionsteam |
| Plattform | 80.000–250.000 € | 16–28 Wochen | Portale, Marktplätze, programmatische Seiten |
Die Bänder gelten für Senior-Teams in Deutschland und im EU-Nearshoring. Ein Freelancer liegt darunter, eine Konzernagentur darüber — bei vergleichbarem Ergebnis verschiebt sich vor allem, wer das Projektrisiko trägt.
Baukasten (0–2.000 €)
Wix, Squarespace, Webflow im Template-Modus. Sie zahlen Lizenz statt Entwicklung und sind in Tagen online.
Was Sie aufgeben: Kontrolle über den ausgelieferten HTML- und JavaScript-Code und damit über Core Web Vitals; eigene Datenmodelle; saubere Mehrsprachigkeit mit hreflang; und die Exit-Option — der Umzug auf ein eigenes System bedeutet später Neuaufbau, nicht Migration.
Für eine Landingpage vor dem Produkt-Launch ist das die richtige Wahl. Wer darauf ein Unternehmen aufbaut, bezahlt den Aufschub in 18 Monaten.
Agentur-Standard (6.000–20.000 €)
Das Band, in dem die meisten deutschen Mittelständler landen: 5–20 Seiten, individuelles Design auf Basis eines Design-Systems, CMS mit Redaktionsoberfläche, Kontaktformular, Analytics, Rechtstexte, Grundlagen der technischen Suchmaschinenoptimierung.
Was Sie aufgeben: tiefe Integrationen. Alles, was an ERP, CRM, PIM oder eine Warenwirtschaft andockt, ist hier nicht enthalten — und genau daran scheitern Projekte in diesem Band regelmäßig, weil die Anbindung erst in Woche sechs zum Thema wird.
Custom-Entwicklung (25.000–80.000 €)
Eigenes Frontend (Next.js, Nuxt), Headless CMS, echte Mehrsprachigkeit, Schnittstellen zu Ihren Systemen, ein Redaktionsworkflow mit Rollen und Freigaben, Performance-Budget und Monitoring ab Tag eins.
Hier liegt der Punkt, an dem sich die Frage nach dem Stack lohnt — wir haben die Abwägung in Next.js vs. Nuxt für Enterprise-Webentwicklung ausführlich aufgeschrieben.
Was Sie aufgeben: Geschwindigkeit im ersten Monat. Discovery, Architektur und Datenmodellierung kosten drei bis vier Wochen, bevor die erste Seite steht. Wer diese Phase streicht, bekommt sie später als Refactoring zurück.
Plattform (80.000–250.000 €)
Wenn die Website das Produkt ist: Portale mit Nutzerkonten, Marktplätze, Verzeichnisse mit tausenden generierten Seiten, mandantenfähige Systeme.
Wie so etwas in der Praxis aussieht, zeigt unsere Fallstudie zu programmatischen Verzeichnisseiten.
Die vier echten Kostentreiber
Der Preis folgt nicht der Seitenzahl. Er folgt diesen vier Größen — und zwar in dieser Reihenfolge:
- Inhaltsmenge und -zustand. Zwanzig Seiten mit fertigen, freigegebenen Texten sind günstiger als fünf Seiten, deren Inhalte im Projekt erst entstehen. Migration aus einem gewachsenen Altsystem ist der am häufigsten unterschätzte Posten überhaupt.
- Integrationen. Jede Schnittstelle zu einem Drittsystem ist ein eigenes Teilprojekt mit eigener Fehlerbehandlung, eigener Testumgebung und eigenem Wartungsaufwand. Was das konkret bedeutet, steht auf unserer Seite zur API-Integration.
- Mehrsprachigkeit. Nicht die Übersetzung kostet, sondern die Struktur: hreflang, lokalisierte URLs, sprachabhängige Inhalte, Redaktionsprozess pro Sprache. Zwei Sprachen sind nicht doppelt so teuer wie eine — aber deutlich mehr als das 1,2-fache, das meist kalkuliert wird.
- Redaktionsworkflow. Ein Redakteur, der Texte tauscht, ist etwas anderes als acht Personen in vier Ländern mit Freigabestufen. Rollen, Rechte und Vorschau-Umgebungen sind Entwicklungsaufwand, kein Konfigurationsschalter.
Was hier nicht steht: Designaufwand. Er ist real, aber er ist selten der Grund, warum ein Projekt sein Budget sprengt.
Was nach dem Launch kostet
Der Posten, der in Angeboten am häufigsten fehlt. Rechnen Sie mit 15–25 % des Erstellungspreises pro Jahr:
- Hosting und CDN
- Framework- und Dependency-Updates, Sicherheits-Patches
- Monitoring, Uptime, Fehler-Tracking
- kleinere Weiterentwicklungen und Content-Support
Bei einer Website für 30.000 € sind das 4.500–7.500 € jährlich. Wer diese Position streicht, zahlt sie nach etwa 24 Monaten in einer Summe — dann heißt sie Relaunch und kostet das Anderthalbfache des ursprünglichen Projekts. Der Wechsel von WordPress auf ein modernes Frontend ist genau dieser aufgeschobene Posten.
Warum Angebote für dasselbe Projekt um das Fünffache auseinanderliegen
Weil unterschiedliche Scopes verglichen werden. In neun von zehn Fällen erklären diese Positionen die Differenz:
- Content-Migration — im günstigen Angebot fehlt sie oder steht als „Einpflege durch Kunde"
- Redaktionsschulung und Dokumentation
- Rechtstexte, Consent-Management, Barrierefreiheit
- Performance-Optimierung — Core Web Vitals als Abnahmekriterium oder eben nicht
- Support nach dem Launch — Reaktionszeit, Verfügbarkeit, wer haftet
So machen Sie Angebote vergleichbar: Verlangen Sie diese fünf Posten einzeln ausgewiesen. Ein Anbieter, der sie nicht getrennt beziffern kann, hat sie nicht kalkuliert — und wird sie als Nachtrag stellen.
Festpreis oder nach Aufwand?
Ein Festpreis ist nur dann seriös, wenn der Scope vorher schriftlich fixiert wurde. Ohne diese Vorarbeit gibt es zwei Möglichkeiten: Der Anbieter rechnet einen Risikoaufschlag von 20–40 % ein, oder er kalkuliert knapp und holt sich die Differenz über Nachträge.
Der Ausweg ist, die Klärung selbst zu beauftragen: eine bezahlte Discovery-Phase von ein bis zwei Wochen, deren Ergebnis ein Backlog mit Abnahmekriterien ist. Danach ist ein Festpreis belastbar — und Sie können ihn bei mehreren Anbietern einholen, weil alle dasselbe Dokument bepreisen.
Wo Nearshoring den Preis verändert — und wo nicht
Ein Senior-Entwicklerteam aus Istanbul liegt bei vergleichbarer Seniorität 30–45 % unter deutschen Agentursätzen, bei ein bis zwei Stunden Zeitverschiebung und innerhalb der DSGVO-Anforderungen, wenn die Auftragsverarbeitung sauber geregelt ist. Wir haben die Rechnung mit echten Zahlen auf Nearshore-Kosten aufgeschrieben, die Datenschutzfragen auf Nearshore und DSGVO.
Was Nearshoring nicht ändert: Ein unklarer Scope wird nicht billiger, nur weil der Stundensatz sinkt. Die vier Kostentreiber oben gelten unverändert. Nearshoring senkt den Preis pro Stunde, nicht die Zahl der Stunden.
Wie wir ein Website-Budget schätzen
Bevor wir eine Zahl nennen, brauchen wir vier Angaben — mehr nicht:
- Wie viele Inhaltsseiten, und liegen die Texte vor?
- Welche Systeme müssen angebunden werden?
- Wie viele Sprachen, und wer pflegt sie?
- Wer arbeitet nach dem Launch redaktionell damit?
Daraus entsteht innerhalb weniger Tage eine Spanne mit Annahmen — keine Zahl ohne die Annahmen, auf denen sie beruht. Wie wir Projekte danach aufsetzen, steht auf unserer Seite zur Webentwicklung; Teams in Berlin und Umgebung finden die lokalen Details unter Standort Berlin.
Wenn Sie ein Angebot vorliegen haben und wissen möchten, ob der Scope vollständig ist: Schicken Sie es uns — Sie bekommen innerhalb von 48 Stunden eine Zweitmeinung mit den Posten, die darin fehlen.