Zwischen „App ab 5.000 €" und einem sechsstelligen Angebot für dasselbe Briefing liegt kein Betrug, sondern ein unterschiedlicher Scope. Diese Aufstellung nutzen wir intern, wenn wir eine Anfrage bewerten — mit den Zahlen, die wir tatsächlich kalkulieren.
Die vier Preisbänder 2026
| Band | Preis | Dauer | Passend für |
|---|---|---|---|
| No-Code / Baukasten | 0–5.000 € | 1–3 Wochen | Validierung, Content-App |
| MVP | 25.000–60.000 € | 4–8 Wochen | Erste marktfähige Version |
| Produktionsreif | 60.000–150.000 € | 8–16 Wochen | Die meisten B2C-Apps |
| Plattform | 150.000–400.000 € | 16–28 Wochen | Die App ist das Produkt |
Die Bänder gelten für Senior-Teams. Junior-Teams kosten pro Stunde weniger, brauchen aber typischerweise das 1,5- bis 2-fache an Zeit und hinterlassen mehr technische Schulden — die Gesamtkosten liegen selten niedriger.
Die zugehörigen Zeitpläne haben wir in Wie lange dauert App-Entwicklung wirklich? im Detail aufgeschlüsselt.
No-Code (0–5.000 €)
Baukästen und App-Generatoren. Sie zahlen Lizenz statt Entwicklung.
Was Sie aufgeben: eigene Datenmodelle, Offline-Fähigkeit, Push-Segmentierung, native Systemfunktionen — und die Store-Konformität liegt beim Anbieter, nicht bei Ihnen. Apple lehnt Apps ohne eigenständigen Funktionsumfang regelmäßig ab.
Für einen Validierungstest vor der Investitionsentscheidung ist das die richtige Wahl.
MVP (25.000–60.000 €)
Enger Scope, eine Plattform zuerst, keine Integrationen über Analytics und Crash-Reporting hinaus.
Was Sie aufgeben: Animationspolitur, Admin-Oberfläche, differenzierte Push-Nachrichten. Sie bekommen eine benutzbare v1 — und schreiben davon im nächsten Quartal etwa die Hälfte neu. Das ist kein Fehler, sondern der Preis für Geschwindigkeit; er sollte nur eingeplant sein.
Produktionsreif (60.000–150.000 €)
Anmeldung über E-Mail, Apple und Google, ein bis zwei Integrationen (Zahlungen, Analytics, Push), ein echtes Design-System, CI/CD ab Tag eins. Hier landen die meisten B2C-Apps.
Typischer Umfang: vollständiger Onboarding-Flow, 5–10 Hauptscreens mit Übergängen, Datensynchronisation, In-App-Käufe oder Abonnements (StoreKit, Google Play Billing), Analytics und Crash-Reporting.
Plattform (150.000–400.000 €)
Mandantenfähige Daten, Offline-First-Architektur, komplexe Berechtigungen, native Module. Wenn die App das Produkt ist und nicht die Begleitung dazu.
Die fünf echten Kostentreiber
Nicht die Zahl der Screens bestimmt den Preis, sondern:
- Das Backend. Der mit Abstand am häufigsten unterschätzte Posten. Eine App ohne Server ist eine Oberfläche. Sobald Nutzerkonten, Synchronisation, Rollen oder Zahlungen dazukommen, entsteht hinter der App ein zweites Projekt — oft mit ähnlichem Umfang. Fehlt es im Angebot, wirkt der Preis niedriger, ohne es zu sein.
- Integrationen. Zahlungsanbieter, Identitätsdienste, Versanddienstleister, ERP. Jede Anbindung bringt eigene Fehlerbehandlung, eigene Testumgebung und eigenen Wartungsaufwand mit — Details dazu auf unserer Seite zur API-Integration.
- Store-Freigabe. App Store Connect, Play Console, Datenschutzerklärung, App Tracking Transparency, Regeln für In-App-Käufe. Planbar, aber nicht kostenlos — und bei Ablehnung kostet jede Iterationsrunde Tage.
- Politur. Übergänge, Ladezustände, Leerzustände, Fehlerfälle, Barrierefreiheit. Der Unterschied zwischen „funktioniert" und „fühlt sich fertig an" sind typischerweise 20–30 % der Entwicklungszeit.
- Plattformstrategie. Siehe unten — die Entscheidung verschiebt das Budget um 20–40 %.
Nativ oder Cross-Platform?
Nativ (Swift + Kotlin) ist richtig, wenn Sie immersive Bedienoberflächen bauen (AR, eigene Kamera, aufwendige Animationen), plattformspezifische Funktionen brauchen (Live Activities, Widgets, Wear OS) oder die App das Produkt selbst ist.
Cross-Platform (Flutter, React Native) ist richtig, wenn Sie auf beiden Plattformen gleichzeitig starten wollen, Ihr Team einen Stack besser unterstützen kann als zwei, und 95 % der Bedienung auf beiden Plattformen gleich ist.
Für die meisten B2C-Apps ist der Performance-Unterschied 2026 für Endnutzer nicht mehr wahrnehmbar. Die Abwägung im Detail steht auf unserer Seite zur Cross-Platform-Entwicklung; plattformspezifische Themen auf iOS.
Rechnerisch: Zwei native Apps kosten fast das Doppelte einer Plattform. Cross-Platform kostet 15–30 % mehr als eine einzelne native App — und deckt beide Plattformen ab.
Was nach dem Launch kostet
15–20 % des Entwicklungspreises pro Jahr. Bei einer App für 80.000 € sind das 12.000–16.000 € jährlich für:
- iOS- und Android-Updates, SDK-Migrationen
- Store-Compliance bei geänderten Richtlinien
- Server, Monitoring, Crash-Analyse
- kleinere Weiterentwicklungen
Anders als bei einer Website ist das keine Option. Apple und Google erzwingen jährlich Anpassungen; eine ungewartete App fällt nach zwei OS-Generationen aus dem Store.
Warum Angebote so weit auseinanderliegen
Diese Posten erklären fast immer die Differenz — fragen Sie sie einzeln ab:
- Backend — enthalten oder „stellt der Kunde bei"?
- Design — eigenes Design-System oder Template?
- QA und Testgeräte — auf wie vielen realen Geräten wird getestet?
- Store-Einreichung — wer macht sie, wer trägt Ablehnungsrunden?
- Wartung — Reaktionszeit, Verfügbarkeit, wer haftet
Ein Anbieter, der diese fünf Posten nicht getrennt beziffern kann, hat sie nicht kalkuliert.
Wo Nearshoring wirkt
Ein Senior-Team aus Istanbul liegt bei vergleichbarer Seniorität 30–45 % unter deutschen Agentursätzen, mit ein bis zwei Stunden Zeitverschiebung und innerhalb der DSGVO, wenn die Auftragsverarbeitung geregelt ist — die Rechnung mit echten Zahlen steht auf Nearshore-Kosten.
Was sich dadurch nicht ändert: Ein unklarer Scope wird nicht billiger, nur weil der Stundensatz sinkt. Die fünf Kostentreiber oben gelten unverändert.
Wie wir schätzen
Bevor wir eine Zahl nennen, brauchen wir vier Angaben:
- Was muss die App können, das ohne sie nicht ginge?
- Welche Systeme müssen angebunden werden — und existieren deren Schnittstellen bereits?
- Eine Plattform oder beide, und warum?
- Wer betreibt die App nach dem Launch?
Daraus entsteht eine Spanne mit den Annahmen, auf denen sie beruht. Wie wir Projekte danach aufsetzen, steht auf unserer Seite zur Mobile-App-Entwicklung; Teams in Berlin finden lokale Details unter Standort Berlin.
Wenn Sie die Bänder oben auf Ihren eigenen Umfang übertragen möchten, führt der App-Entwicklung Kosten-Rechner dieselbe Rechnung durch — mit offengelegter Koeffiziententabelle, sodass Sie auch ein fremdes Angebot damit nachrechnen können.
Wenn Ihnen ein Angebot vorliegt und Sie wissen möchten, ob der Scope vollständig ist: Schicken Sie es uns — Sie bekommen innerhalb von 48 Stunden eine Zweitmeinung mit den Posten, die darin fehlen.